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22.04.2010
Wien, Haus der Musik

01.05.2010
Klagenfurt, Kamot

Deckchair Orange:Deckchair Orange

VÖ: 03.Oktober 2008
Label: Schoenwetter


Genre: Alternative, Rock & Pop

Dafür, dass der vorliegende Tonträger eigentlich ein Startschuss ist, sind DECKCHAIR ORANGE eigentlich schon zu weit gereist, haben zu viel gesehen und zu viel erlebt. Nicht, dass hier graubärtige Mittvierziger am Start wären, aber die vierköpfige Band aus Wien (maximal Mittzwanziger, so nebenbei) hat Clubabende für Genregrößen wie Clap Your Hands Say Yeah, Shout Out Louds oder Electric Soft Parade eröffnet, die Hauptbühnen auf Festivals wie dem Frequency erklommen und konzertante Reiseziele wie München oder Budapest auf der Landkarte längst erreicht, markiert und abgehakt.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass man auch für die Produktion dieses ersten Albums nicht unbedingt im eigenen Grätzl geblieben ist. Aufgenommen wurde in München, wo die Band längst viele Freunde und so auch ihren Produzenten Ron Flieger gefunden hat (und wo zwischenzeitlich auch ein prominenter Verlag an die Türen des Quartetts geklopft hat). „Deckchair Orange“ ist zudem sozusagen ein Sterling-Silber-ling – das Mastering erfolgte im nicht gänzlich unbekannten New Yorker Sterling Sound-Studio.

Welche Schublade für diese elf Stücke gezimmert wurde? Vielleicht braucht es gar keine. Kein Trendhaschen, keine Hypejagd, kein ultragestylter Abklatsch dessen, was die große Welt gerne als Bild der jugendlichen Gegenwart vorgesetzt bekommt. Es ist einfach nur Popmusik – die aber im allerbesten Sinne. Zeitlose Melodien; Geschichten aus dem Leben. Sie sind die Vertonung dessen, was anderswo im Tagebuch, auf dem Weblog oder in einer verblassenden Erinnerung landet. Und es zeigt sich: So langweilig das Wort „Alltag“ auch klingen mag, so magische und vielschichtige, schöne und traurige Seiten hat es zu bieten. Momente, die es sich lohnt, auf diese besondere Art und Weise festzuhalten.

Deckchair Orange haben dieses simple Konzept perfektioniert. Mit „Rose“ (der Vorabsingle aus dem Album) haben sie dem Sommer eine echte Pop-Perle geschenkt, die bis auf Platz 2 der Austrian Indie Charts vorstieß und deren entzückendes Video sich auf den diversen Plattformen im Internet nicht umsonst großer Beliebtheit erfreut. Das Album gibt den Weg für diese und zehn weitere musikalische Entdeckungsreisen frei. Nach Amsterdam, nach Colorado, zum einen oder anderen Golden Place – oder sogar zum Edge Of The World.